Sprachförderung

Sprachförderung beginnt schon bei Babies. Babys sollen keinesfalls abgeschirmt gehalten werden. Die Familie ist nur am Flüstern und läuft auf Socken durch die Wohnung. Falsch! Schon das kleine Kind sollte viel Sprache hören, lange bevor es sich selbst artikulieren kann. Unbewusst  prägen sich Sprachmelodien, Grammatik, die landspezifischen Laute ein.

Besonders empfänglich ist es für die hohe Frauenstimme.  (Nicht umsonst hat die Natur uns Mütter damit ausgerüstet). Es soll an der Familie teilhaben und zu allen Plätzen mitgenommen werden mit sprechenden Menschen, also Markt, Kirche, Straßenbahn usw. Es muss Millionen von Wörtern gehört haben, bevor es Sprache selber aktiv anwenden lernt.

Besonders wichtig ist natürlich die direkte sprachliche  Zuwendung der Mutter und Familienangehörigen. Selbst die belächelte „Babysprache „ hat ihren Sinn und ihre Aufgabe. Gerade durch die vielen Vokale wird Hören und Sprache gefördert. „Wauwau“ klingt melodischer als „Hund“ und „Dudeldudeldu“ eingängiger als „Geht’s dir gut?“ Schwerpunkt liegt jetzt auf Tonfall, Rhythmus, Sprachmelodie, Vokale – nicht auf „vernünftige“ Ansprache. (Natürlich soll es dabei nicht bleiben )

Angeführt - lustige Sprachspiele

Besonders effektiv ist, wenn Sprache mit Bewegung und Rhythmus gekoppelt wird. Schon seit Urzeiten spielen Mütter, Väter, Opas Hoppe Reiterspiele. Auch Fingerspiele sind wertvoll. Das Kind erlebt seinen Körper, wird berührt und bewegt in Verbindung mit Sprache.

Singen von Kinder und –Wiegenlieder, möglichst mit Bewegung,  fördern Sprachempfinden, Hören, Lauschen, Musikalität, Rhythmus und bilden das Gemüt aus.

 Besonders viel Spaß machen Versteckspiele. Die Mutter versteckt sich hinter einem Tuch. Da Kind zieht es fröhlich und erwartungsvoll weg und wird mit Sprechen begleitet „Daa ist die Mama wieder!“  Oder umgekehrt, oder Gegenstände werden, z.B im Ärmel versteckt und mit Trara und Freude wiedergefunden.  

Diese Beschäftigungen, die früher selbstverständlich waren, sind heute vielfach nicht mehr bekannt.  Man hat nicht wie ich früher bei Mutter oder Tante zugeschaut, wie man mit Babys umgeht und spielt. Für viele Eltern heute ist da eigene Kind das allererste Baby mit dem sie umgehen.  

Als erste Bilderbücher sind einfache Papp- oder Stoffbücher geeignet. Sie zeigen Gegenstände, die das Kind aus seiner Umgebung kennt.  Heute gibt es sogar schöne Fühlbücher die gleichzeitig den Berührungssinn fördern.  Es gibt wunderschöne Bücher zum Raten, Suchen, wiedererkennen.

Kleinkind

Das Kleinkind fängt an erste Wörter und Wortschöpfungen von sich zu geben. Wichtig ist, dass das Kind nicht belehrt und verbessert wird und so entmutigt wird, sondern seine Äußerungen aufgegriffen und verstärkt werden.  Alles was man tut und macht wird sprachlich im Alltag begleitet.

Als besondere Zuwendung sind wieder Fingerspiele, Kniereiter, Bewegungslieder, einfach Reime angebracht.

Und für dieses Alter gibt es eine Fülle wertvoller Bilderbücher, die gemeinsam betrachtet, vorgelesen und diskutiert werden. Vorzug ist Reimbüchern zu geben, weil Sprache sich so einfach besser einprägt und bald mitgesprochen werden kann.  

Vorschulkinder

Außer der Kinderliteratur gibt es eine ganze Reihe wertvoller Spiele, mit denen sich das Kind wichtige Sprach-Grundfähigkeiten aneignet. Z.B. das alte Lied von den "Drei Chinesen mit dem Kontrabass" Hier werden die Vokale ausgetauscht: "Dro Chonosen mot dom Kontroboss". Das ist gar nicht so leicht. Ich habe das Lied dann bei älteren Kindern in der Leserechtschreibförderung genutzt. Es wäre besser gewesen, jemand hätte früher schon solche Spiele mit ihnen gemacht.